2 Hallstatt - Bad Goisern

7000 Jahre Hallstatt
Im Hallstätter Hochtal liegt jenes berühmte Gräberfeld, das einer ganzen Epoche den Namen „Hallstattkultur“ gab. Die Funde, die im Museum im Zentrum des Welterbeortes ausgestellt sind, zeugen von erlesenem Luxus und elitärem Kunstverstand, aber auch von weltweiten Handelsbeziehungen. Neben den zahlreichen Originalfunden aus dem Hallstätter Gräberfeld werden auch verschiedene Lebensbereiche wie Religion, Alltagskultur und Tourismus wirkungsvoll und anschaulich in Szene gesetzt.

Wie kam das Salz in den Berg
Vor über 250 Mio Jahren entstanden am Rand der Urmeere abgetrennte Buchten, die im Laufe der Zeit nicht mehr mit Meerwasser versorgt wurden und über einen langen Zeitraum hinweg austrockneten. So wurden aus ihnen trockene Salzfelder, die durch Witterung immer mehr mit Schutt und Sediment bedeckt wurden. Als das Urmeer wieder stieg, wurde der heutige Alpenraum wieder geflutet und es setzten sich Sedimente aus Kalk und Dolomit ab. Vor 60 Mio Jahren begann dann die Entstehung der Alpen, weil sich die Afrikanische Kontinentalplatte nach Norden in Richtung der Eurasischen Platte verschob und so falteten sich die Salz- und Gesteinsschichten zu den Alpen auf. Das Salz wurde gefaltet, gebrochen und gekippt. Das salzhaltige Gebirge nennen wir Haselgebirge. Es hat einen Salzgehalt von 10-70%.

Vorchristlicher Salzabbau
Unser Wissen über vorchristlichen Salzabbau stammt aus archäologischen Funden. Der älteste Hinweis auf Salzabbau im Salzkammergut ist ein etwa 7000 Jahre altes Beil aus Hirschgeweih, mit dem Salz aus dem Berg gehackt wurde. Deutlich fortschrittlicher baute man in der Bronzezeit (um 1000 v.Chr.) ab, damals wurden vertikale Schächte in den Berg gegraben und immer, wenn man auf eine Salzschicht traf, entstanden Abbauhallen. In der Eisenzeit bzw. “Hallstattzeit” (800-450 v.Chr.) wurden die Salzstollen horizontal angelegt. Die Abbauhallen folgten den Salzadern und wurden viel größer als zuvor. Zwischen diesen Phasen gibt es Zeiträume, aus denen wir keine Funde haben. Das könnte z.B. an Erdrutschen liegen, die die Abbaustätten verschütteten, oder daran, dass zwischendurch an anderen Stellen abgebaut wurde, die wir noch nicht gefunden haben.

Nasser Salzabbau
Der vorchristliche Salzabbau verlagerte sich im 4.Jh v.Chr. durch einen Erdrutsch zur Dammwiese und ließ allmählich nach. In der Römerzeit (ab dem 1.Jh n.Chr.) gab es zwar eine Siedlung in Hallstatt, man kann aber bisher nicht nachweisen, dass die Römer weiter Salzbergbau betrieben. Da das Römische Reich Zugang zum Meer hatte, wurde das Bergsalz vielleicht weniger benötigt, bzw. bewusst nicht gefördert. Ab dem Frühmittelalter (488) dominierten die Bayerischen Herzöge jahrhundertelang mit der Saline in Berchtesgaden. Da das Gebiet des heutigen Österreich auch zu Bayern gehörte, wurden die hiesigen Salzberge daher wenig oder gar nicht genutzt. Allerdings begann man irgendwann in dieser Phase mit dem nassen Abbau, nun wurde das Salz in Form von Sole aus dem Berg gespült und dann durch Versieden das reine Salz gewonnen.

Geschichtsträchtiger Wehrturm
Der Rudolfsturm am Eingang des Hallstätter Salzberg-Hochtals in Österreich geht in seiner Kernsubstanz auf einen mittelalterlichen Wehrturm aus dem Ende des 13. Jahrhunderts zurück. Von dieser Zeit bis 1954 wurde der Turm als Wohnung des jeweiligen Bergbaubetriebsleiters permanent genutzt. Seine signifikante Positionierung knapp einen Kilometer westlich und oberhalb des Hallstätter Ortskerns sowie in der Landschaft des UNESCO-Welterbegebiets Hallstatt Dachstein Salzkammergut erlaubt einen einzigartigen Ausblick auf Hallstatt, den Hallstätter See und die umgebenden Berge. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Objekt zahlreiche bauliche Veränderungen und wird nun gastronomisch genutzt.

Katholische Pfarrkirche

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Soleleitung
Nachdem man die Saline in Ebensee gegründet hatte, wurde von 1595 bis 1607 aus 13.000 ausgehöhlten Baumstämmen eine Holzleitung gebaut, um die Sole dorthin zu befördern. Sie verläuft von Hallstatt über Bad Ischl bis Ebensee rund 40km lang. Großteils funktionierte sie durch natürliches Gefälle, aber eine kritische Stelle gab es beim Gosauzwang, einem steilen Tal. Dort führte die Leitung ursprünglich steil nach unten und dann wieder nach oben, was durch den Wasserdruck auch funktionierte, aber die Holzrohre zu stark beanspruchte. Dieses Problem löste man im 18.Jh durch eine 30m hohe Brücke. Die Soleleitung ist die älteste aktive Industrie-Pipeline der Welt. Wobei sie heute natürlich nicht mehr aus Holz, sondern aus Kunststoffrohren besteht. Seit 1997 gehört sie als technisches Denkmal zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Soleleitungsweg

Solestube Eck
Die Sole musste früher zum Transport in den Holzrohren erwärmt werden und dies fand im Winter in den sogenannten Solestuben statt. Ausgewählte Arbeiter waren das ganze Jahr über für die Erhaltung und Überwachung der Rohrleitungen zuständig.
Im Museum erfahren die Besucher, wie damals am „Strehn“ gearbeitet wurde. Per Knopfdruck können Geschichten von ehemaligen „Strehnarbeitern“ gelauscht werden.

Solestube Eck
Die Soleleitung schuf auch neue Arbeitsplätze. Fünf bis sechs ausgewählte Arbeiter waren das ganze Jahr über für die Erhaltung und Überwachung der Rohrleitungen zuständig. Das bedeutete jede Woche, die gesamte Strecke abzugehen um eventuelle Schäden zu melden oder zu beheben und im Winter musste die Sole zum Transport in den Holzrohren auf ihrer Reise immer wieder erwärmt werden und dies fand in den sogenannten Solestuben statt. In der noch erhaltenen Solestube Eck bei Bad Goisern befindet sich ein kleines Museum, in dem Besucher erfahren können, wie damals am „(Sulz-)Strehn“ gearbeitet wurde. Die Solestube liegt am Soleleitungsweg.

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Holz und Wasser
Klausen:
Die günstigste Voraussetzung, Triftwasser zu stauen, war gegeben, wenn der Triftbach einem See entsprang. Am Ausfluss wurde eine Seeklause errichtet. Im Kammergut war diese Voraussetzung wie nirgendwo gegeben.
Um zahlreiche Bäche triftbar zu machen, mussten in deren Oberlauf an Engstellen des Tales Klausen eingebaut werden. Im Kammergut wurden zumeist Steinkastenklausen gebaut. Eine der größten Klausen ist die Chorinsky-Klause im Goiserer Weißenbachtal.

Holz zur Salzgewinnung
Der immer größer werdende Bedarf an Brennholz für die Sudpfannen in der Saline Ebensee und die über Jahrhunderte ausgenutzten Wälder im inneren Salzkammergut machten es erforderlich, dass auch Hallholz aus dem Attergau genutzt werden musste. Nur gab es da das Problem, dass die Wasserscheide zwischen dem Attersee und der Traun überwunden werden musste. Früher war ja der Transport des Holzes auf Wasserläufen die sinnvollste Transportmöglichkeit.
Für die Überwindung der Wasserscheide war der Bau einer Anzahl von Einrichtungen notwendig, dabei war der Hallholz-Aufzug das Herzstück dieser Einrichtungen
AtterCulture - Hallholzaufzug
Chorinsky-Klause
Bei der Chorinsky-Klause im Weißenbachtal von Bad Goisern handelt es sich um ein Stauwerk dasim 19.Jahrhundert für den Transport von Holz erbaut wurde. Eine klassische Holzdrift Anlage also. Bereits 1526 gab es erste Vorbauten die zur Stauung von Wasser genutzt wurden. Diese waren noch aus Holz gebaut was eine Erneuerung immer wieder nötig machte. Belege über diese Neubauten in den Jahren 1656 und 1766 sind vorhanden. Ehe im Jahr 1809 mit dem Bau der jetzt bestehenden Klause begonnen wurde vergingen ein paar Hundert Jahre.
Warum das ganze?
Die Salzkammergut Kenner können sich den Grund für den Bedarf und den Transport riesiger Holzmengen bestimmt vorstellen. Es war natürlich das Salzbergwerk in Hallstatt das eine gigantische Menge an Holz pro TagzurBefeuerung im Salzbergwerk verbrauchte! Im konkreten waren es 230 m³ Holz, die tagtäglich in Hallstatt verbrannt wurden.


Salztransport am Wasser
Die Salzbeförderung musste von Hallstatt traunabwärts zur Donau zu Wasser vor sich gehen, da Straßen vielfach fehlten und besonders an den beiden Seen des Traunlaufes ihre Erbauung auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten im felsigen Ufergelände stieß. Am Hallstättersee entstand erst im Jahre 1875 und am Traunsee in den Jahren 1856 – 1859 die erste fahrbare Straße längs des jeweiligen Seeufers. Das Hallstätter Salz kam über den See nach Steeg, wurde hier umgeladen und auf eigenen Zillen über die „obere“ Traun nach Gmunden geführt. Rossbauern zogen dann die entleerten oder mit Gegenfracht beladenen Schiffe wieder nach Steeg zurück.

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Bad Goisern, Schloss Neuwildenstein
Kurz vor 1770 ließ die Grundherrschaft Wildenstein hier ihr neues Amtsgebäude im zeitgenössischen Stil erbauen (deshalb auch „Schloss Neuwildenstein“). Heute dient das Gebäude vorwiegend dem Forstbetrieb Inneres Salzkammergut als Büroräumlichkeiten und als Schmelztigel des Handwerks in Form des Handwerk.Haus.Salzkammergut.

Evangelische Kirche
1782 durften die Evangelischen aus Goisern ein Bethaus aus Holz errichten, das in den Jahren 1813 bis 1816 durch einen Steinbau ersetzt wurde.
Aber noch immer konnte man dem Gebäude nicht ansehen, welchem Zweck es diente.
Lediglich die Rundbögen ließen einen Schluss zu. Sie waren gegen die Anordnung der Bauaufsicht angebracht worden, damit das Bethaus ein klein wenig nach Kirche aussah. Deswegen wurde auch die Apsis in das Innere des Hauses verlegt. Erst 1859 erhielt das Gebäude einen Kirchenturm mit Glocken und Uhr.
Durch die Innenrenovierung vor einigen Jahren wirkt diese nun hell, freundlich und einladend. Auch die notwendige Kirchendachrenovierung wurde vor kurzem abgeschlossen.

Heimat- und Landlermuseum
Das Heimat- und Landlermuseum in Bad Goisern gewährt seinen Gästen einen umfassenden Einblick in die Geschichte und das Handwerk der Goiserer sowie deren Volkskultur und Volkskünste. Zudem widmet es sich der Geschichte und Lebensweise der Landler aus Siebenbürgen, die aufgrund Ihres evangelischen Glaubens die Region verlassen mussten.
Das Heimatmuseum befindet sich seit 1976 im ehemaligen Auszugshaus der Goiserer Mühle und wurde 1992 mit Unterstützung der Marktgemeinde Bad Goisern und der OÖ. Landesregierung durch das Landlermuseum erweitert.

Steegwirt
Schon fast 500 Jahre steht unser „altes“ Wirtshaus hier am Schnittpunkt vom Hallstättersee in Steeg/ Gemeinde Bad Goisern. Der Steegwirt ist einer der wenigen erhaltenen Renaissancebauten im Salzkammergut. Im 16. Jahrhundert wechselten hier die Salzschiffe vom See in die Traun. Dies kann man sich heute sicher noch gut vorstellen, wenn man im Gastgarten unter den Kastanienbäumen oder auf der Terrasse in herrlicher Lage die Stimmung genießt. Aber auch unsere urige Gaststube verspricht gemütliche Stunden. Bei uns kommen bodenständige Gerichte, ehrliche Produkte aus der Region sowie aber auch kulinarische Ausflüge in die Welt der Leckerbissen auf die Teller - so nämlich prägt sich das Bild des Steegwirt, dass unsere Gäste und Freunde schätzen.
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