1 Altaussee - Obertraun

Salzbergwerk Altaussee
Die erste urkundlich belegte Erwähnung des Salzbergwerks Altaussee gibt es aus dem Jahr 1147, wobei es zu diesem Zeitpunkt aber womöglich schon einige Jahrhunderte genutzt wurde. In österreichischen Salzbergwerken wird hauptsächlich nasser Abbau in Form von Sole (Salz-Wasser-Lösung) betrieben. Dabei wird das Salz mit Wasser aus dem Gestein gelöst. Nur in Aussee gibt es auch in kleineren Mengen den trockenen Abbau von Steinsalz. Wichtig in der Salzverarbeitung war immer Holz, hauptsächlich für das Versieden der Sole, aber auch für den Transport. Ging in der Nähe des Bergwerks das Holz aus, begann man die Sole in Holzleitungen zu besser geeigneten Stellen weiterzuleiten. Daher gab es vom späten 13.Jh bis 20.Jh in Bad Aussee eine Saline (Salzgewinnungsanlage). Mit 400.000 Tonnen Salz pro Jahr ist Aussee bis heute das größte aktive Salzbergwerk Österreichs.

Salzwelten Altaussee
In diesem Berg warten viele Schätze auf dich:
die Barbarakapelle aus purem Salzsteinen
eine preisgekrönte Schaustelle zur Kunstgüterbergung
der multimedial inszenierte Salzsee
zwei lange Bergmannsrutschen
2000 Meter echtes Bergwerksfeeling

Bomben auf Michelangelo
Im zweiten Weltkrieg wurden unbezahlbare Kunst- und Kulturgüter über den Steinbergstollen in den Salzberg geliefert und vor Fliegerangriffen geschützt. Zu Kriegsende wollten die Nationalsozialisten diesen Schatz vernichten. Nur der couragierte Einsatz der Bergmänner hat die Sprengung verhindert. Die Amerikaner erreichten Altaussee am 8. Mai 1945 und beendeten dieses dunkle Kapitel in der Geschichte vom Ausseerland.

Steinbergstollen
Die große “Goldgrube” des Altausseer Bergwerks ist der Steinbergstollen. Aus ihm wird seit dem 14. Jh Salz abgebaut, doch damals musste man sich erst mühselig bis zu diesem reichen Vorkommen vorgraben. Mit einer Geschwindigkeit von sage und schreibe 10cm am Tag grub man sich 350m tief in den Berg hinein. Neben dem Abbau findet man dort seit den 1920ern auch den Schaustollen und im 2. Weltkrieg wurden über den Stollen gestohlene Kunstschätze der Nazis in Depots versteckt. Vordergründig, um sie vor dem Kriegsgeschehen zu schützen, doch schlussendlich wollte man die Stollen sprengen, um die Schätze nicht dem Feind zu überlassen. Die Vernichtung dieser Schätze wurde durch mutige Ausseer Bergarbeiter verhindert.

Salzabbau

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Das Ausseerland
Sucht man in der Steiermark, findet man das Ausseerland ganz im Nordwesten, bezogen auf das Salzkammergut ist es im Süden. Kombiniert man beide Blickweisen, wird es auch als steirisches Salzkammergut bezeichnet. Auf jeden Fall findet man es umgeben von Ausläufern des Toten Gebirges und durchzogen von der Traun und einer Handvoll herrlicher Seen. Während die Traun sich durch das steile Koppental den Weg ins nördliche Salzkammergut bahnt, kommt man als Mensch am besten über den Pötschenpass dorthin. Die Region besteht aus den 4 Gemeinden Bad Aussee, Altaussee, Bad Mitterndorf und Grundlsee und wurde wie das restliche Salzkammergut durch den Salzhandel und den einsetzenden Tourismus im 19.Jh geprägt. Noch immer zeigt sich das Ausseerland gerne individuell mit seiner Ausseer-Tracht, einem typischen Baustil und dazu traditionellem Handwerk und Brauchtum.

Altaussee
Auch wenn die ältesten Siedlungsfunde aus der Gegend rund 34.000 Jahre alt sind, liegen die Anfänge vom heutigen Altaussee im Salzabbau des 12.Jh. Durch ihn entstand in der Nähe des Bergwerks eine Siedlung von Salzarbeitern. Der Name geht vermutlich auf eine slawische Bezeichnung zurück, die ursprünglich für den See galt. Das Ausseerland gehörte bis ins 18.Jh zur Herrschaft Pflindsberg, die auch für den Betrieb der Salzwirtschaft zuständig war und ihren Sitz auf einer Burg nahe Altaussee hatte. Die Wirtschaft dieser Gegend hing zu fast 100% am Salzhandel, was das Leben der Ausseer über Jahrhunderte ziemlich stabil hielt. Erst im 19.Jh änderte sich die Lage mit dem schwindenden Bedarf für Salz, dafür brachte der neue Sommerfrische-Tourismus Gäste aus den Städten hierher. Damit begann im Ausseerland die neue Ära des sanften Tourismus.

Bad Aussee
Mit der Verlegung der Saline vom Bergwerk an die Traunmündung im 13.Jh, entstand das “neue Aussee”. Ab dem 14.Jh ist die Bezeichnung “Alt-Aussee” überliefert. Mit der Verlegung des Herrschaftssitzes von der Burg Pflindsberg in den Kammerhof im 16.Jh gewann Aussee weiter an Bedeutung. Im 19.Jh bekam Bad Aussee dann durch die neue Salzkammergutbahn einen touristischen Aufschwung und im Zuge dessen den Status Kurort. Man beachte, dass der Ort ab 1295 und bis zur Verleihung des Titels “Bad” 1911 als Markt Aussee bezeichnet wurde. Einige Jahre lang galt Bad Aussee sogar als geometrischer Mittelpunkt von Österreich. Ein Status, den man bis heute stolz mit einem Denkmal im Kurpark betont und touristisch nutzt.

Grundlsee
Die Gemeinde am gleichnamigen See lebte wie der Rest der Region von ihrer Beteiligung an der Salzwirtschaft. Östlich reihen sich an den Grundlsee der Toplitzsee und der Kammersee von dem aus über Jahrhunderte Holzstämme zur Saline transportiert wurden. Richtig aufblühen konnte der Ort Grundlsee erst im 19.Jh. Schon bevor der Habsburger Erzherzog Johann am Toplitzsee seine künftige Ehefrau aus einfachen Verhältnissen Anna Plochl kennenlernte, war er aus der Gegend kaum wegzukriegen. Zwischen 1801 und 1848 holte er ganze Heerscharen von Malern ins Ausseerland, um die Gegend künstlerisch festzuhalten. Damit wurden immer mehr Adelige und Kunstschaffende angelockt, die sich am See niederließen. Mit einem Dampfschiff namens “Erzherzog Johann” wurde die touristische Schifffahrt am Grundlsee eingeläutet.

Kammerhofmuseum Bad Aussee
Der Kammerhof in Bad Aussee ist ein gotischer Bau aus dem 14.Jh in dem sich über Jahrhunderte der Verwaltungssitz der Grundherrschaft und des Salzwesens befand. Vor dem 16.Jh hatte man noch die Burg Pflindsberg bei Altaussee als Herrschaftssitz genutzt. Die wurde aber zu ungemütlich und wurde daher passenderweise als Gefängnis weiterverwendet. Der Kammerhof diente noch bis 1926 als Salzamt und ab den 1970ern wurde das Kammerhofmuseum eingerichtet. Darin findet man alle wichtigen volkskundlichen Themen des Ausseerlandes: Archäologie, Salzgeschichte, Sommerfrische im 19.Jh, die Romanze von Erzherzog Johann und Anna Plochl, Trachtenhandwerk, Ausseer Baustil und Brauchtum. Trotz einiger Umbauten ist die gotische Bausubstanz noch gut erhalten und neben dem Museumsbetrieb kann vor allem der Kaisersaal auch für Veranstaltungen genutzt werden.

Die Salinen in Bad Aussee
In Bad Aussee gab es ursprünglich drei Salinenstandorte. Die “Obere”, die “Mittlere” und “Niedere Pfanne”. Aus der letztgenannten entwickelte sich die Saline an der Kainischtraun welche bis 1983 bestand. Sie wurde , wie die Saline in Bad Ischl zuvor 1965, aus Effizienzgründen aufgelassen.
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Ursprung der Traun
Als Ursprung der Traun gilt die Quelle, die 214m über dem Kammersee aus dem Berg Elm (2128 m ü. A.) entspringt. Von dort fließt das Wasser durch den Kammersee in den Toplitz- und den Grundlsee und heißt dazwischen Toplitz. Danach heißt der Flusslauf Grundlsee Traun. Ab Bad Aussee vereinigt dieser sich mit den anderen “Traunen” nämlich der Altausseer Traun, die aus dem gleichnamigen See kommt und kurz danach mit der Kainisch Traun (diese besteht wiederum aus der Ödensee Traun und der Riedbach Traun). Von hier bis zum Hallstätter See heißt der Fluss Koppentraun und erst nachdem er den See verlässt, wird er einheitlich Traun genannt. Der Name Traun gehört zu den ältesten Toponymen des Salzkammerguts und hat eine indogermanische Wurzel dreu, dru was “laufen, eilen” bedeutet.

Grundlsee
Die Gemeinde am gleichnamigen See lebte wie der Rest der Region von ihrer Beteiligung an der Salzwirtschaft. Östlich reihen sich an den Grundlsee der Toplitzsee und der Kammersee von dem aus über Jahrhunderte Holzstämme zur Saline transportiert wurden. Richtig aufblühen konnte der Ort Grundlsee erst im 19.Jh. Schon bevor der Habsburger Erzherzog Johann am Toplitzsee seine künftige Ehefrau aus einfachen Verhältnissen Anna Plochl kennenlernte, war er aus der Gegend kaum wegzukriegen. Zwischen 1801 und 1848 holte er ganze Heerscharen von Malern ins Ausseerland, um die Gegend künstlerisch festzuhalten. Damit wurden immer mehr Adelige und Kunstschaffende angelockt, die sich am See niederließen. Mit einem Dampfschiff namens “Erzherzog Johann” wurde die touristische Schifffahrt am Grundlsee eingeläutet.

Salz ohne Holz
Die drei Quellflüsse der Traun ermöglichten die Trift der im Herbst und Winter geschlägerten Fichten- und Tannenstämme. Dazu konstruierte man ausgeklügelte Transportanlagen wie Riesen, Klausen und Rechen, an denen das Holz ans Ufer geholt wurde. Ein Triftkanal aus den Jahren 1495 bis 1549 ist heute noch zwischen Toplitz- und Kammersee zu sehen.

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